“Design adds value faster than it adds costs.” - Joel Spolsky

In unserem Haus, im Milieuschutzgebiet gelegen, gibt es 16 Wohnungen und 3 Gewerbeeinheiten. Eine davon ist ein Selbsthilfetreffpunkt. Fast alle von uns wohnen schon mehr als 5 Jahre oder viel länger hier. Das spielt für uns eine Rolle, denn im Juni 2019 haben wir durch den Brief eines Notars erfahren, dass unser Haus an eine Berliner Genossenschaftsbank verkauft wurde. Es ist ein sogenannter Erstverkauf, deshalb muss uns Mietern ein Vorkaufsrecht an der eigenen Wohnung eingeräumt werden. Vier Haushalte sind jedoch bereits davon ausgeschlossen, weil sie noch nicht fünf Jahre hier wohnen.

Wir übrigen 12 haben überlegt, das Vorkaufsrecht zu nutzen, doch die Genossenschaftsbank gibt sich alle Mühe, uns das unmöglich zu machen. Die Maßnahmen reichen vom Preis bis zu Details in der Teilungserklärung – wir möchten sie nicht öffentlich machen, damit nicht noch weitere Spekulanten auf die Idee kommen, ähnlich vorzugehen.

Wie in vielen anderen betroffenen Häusern auch, wurden uns umfangreiche Baumaßnahmen angekündigt, die voraussichtlich mehrere Jahre dauern werden. Die Mieten könnten danach laut Auskunft der Eigentümerin um 55 Prozent steigen.

Die Genossenschaftsbank erklärt auf ihrer Website, innerhalb der nächsten drei Jahre 200 Millionen Euro investieren zu wollen, um weitere Häuser in, wie sie es nennt, „Filetgebieten“ zu erwerben. Die dabei Pointe lautet: Der neue Eigentümer ist eine Deutsche Genossenschaftsbank und kein anonymer Investor aus Luxemburg. Sie möchten nur das Beste für ihre Genossen…