Die “Dieffe 52” wurde 1992 grundlegend renoviert und zwar mit öffentlichen Geldern aus dem “La Mod-Programm”. Durch Recherchen und Hintergrundgespräche war zu erfahren, dass es dafür “fette Baukostenzuschüsse” durch den Bezirk gab. Der damalige Besitzer musste die Verwendung der Gelder nicht weiter nachweisen - was bislang offiziell nie bestritten wurde. Dafür musst er sich jedoch verpflichten, für acht Jahre keine Mieterhöhungen vorzunehmen.

Dadurch gab es wenig Fluktuation im Haus - wer hier einmal eine Wohnung beziehen konnte, zog nicht mehr aus. Heute sind rund 90% der Mietverträge sogenannte “Bestandsverträge”, teilweise bestehend seit 25 Jahren und mehr. In Makler-Kreisen ist das Haus “berüchtigt für seine niedrigen Mieten”, die aktuell die mögliche Renditeerwartung behindern.

Als vor drei Jahren eine Hausbewohnerin verstarb, wurde deren Wohnung nach einer “Scheinrenovierung” für 1150 Euro/Monat neu vermietet. Die Bewohnerin zahlte bis zu Ihrem Tod ca. 390 Euro/Monat.

Seitdem wurde uns zunehmend klarer, was das für uns als Mieter bedeuten kann. Sorgen um unsere Zukunft und Sicherheit in unseren Wohnungen mehrten sich. Wie sich später offenbarte, wurde die Teilung des Hauses im August 2018 in das Grundbuch eingetragen. Wie in so vielen ähnlichen Fällen erfuhren wir später davon, erst im Oktober durch das Bezirksamt.

Wir, das sind 21 Mietparteien, von denen die meisten schon sehr lange hier leben. Einige Mitglieder der Hausgemeinschaft sind temporär oder andauernd von staatlichen Transferleistungen abhängig, zwei Mieter*innen sind chronisch krank und sehr viele weitere Bewohner können sich höhere Mieten gar nicht leisten.

Aus der großen Sorge heraus, dass wir uns unseren Wohnraum nicht mehr leisten können, haben wir uns in unserem Haus organisiert und mehrere Mieter*innen-Treffen durchgeführt. Unterstützt wurden wir durch Hausgemeinschaften, die ähnliche Erfahrungen machen sowie durch die ASUM.

\ Wir wollen hier bleiben!