Husemannstr. 12

Fotos vom Haus (Janine Sommer und Daniela Horstmann)

Im Juni 2019 wurde unser Haus von der Bahe GbR ersteigert. Am 2.11. hat der Bezirk dem Antrag der neuen Besitzer auf Umwandlung in Wohnungseigentum stattgegeben. Wir befürchten nun, unseren Lebensmittelpunkt zu verlieren. Denn die Bahes sind leider keine Unbekannten: https://www.bizim-kiez.de/entmietung-bow-alw-immobilien.

Im Erdgeschoss unseres Hauses befindet sich weder Einzelhandel, Büros noch Gastronomie, sondern zwei soziale Einrichtungen: ein Waldkindergarten (sogar der deutschlandweit erste im Herzen einer Großstadt) und eine Begegnungsstätte des Bezirks für Senioren, die von vielen Menschen im Kiez und darüber hinaus genutzt wird. Von jung bis alt wohnen, leben und arbeiten hier über 100 Menschen friedlich unter einem Dach. Wir sind ein natürlich gewachsenes Mehrgenerationenhaus, das an manch anderer Stelle mühsam künstlich erschaffen werden soll.

Husemannstr. 12 - Bewohner

Foto Mieter (Montage aus diversen Fotos, unter anderem von Sally Lazic und Daniela Horstmann)

Das sind wir, Mieter und Nutzer des Hauses Nr. 12 in der Husemannstraße.

Wir wollen hier weiter gemeinsam leben!

Wir, das sind:

  • sieben Familien mit kleinen Kindern
  • eine Waldkita
  • eine Begegnungsstätte, die von Rentnern sowie diversen Gruppen im Kiez, unter anderem dem international bekannten Ernst Busch Chor, als Treffpunkt und Anlaufstelle genutzt wird 
  • sowie weitere 24 Mietparteien, die hier teilweise seit mehr als 30 Jahren wohnen.

Wir finden das ist eine tolle Kombination aus Jungen und Alten, die erhaltenswert ist.

Unser Haus beherbergte zu DDR Zeiten das Museum „Berliner Arbeiterleben um 1900“ und gehört zu den wenigen von Bombenschäden weitgehend verschonten Häusern, verfügt also noch über alle Gebäudeteile aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. In den vergangenen 15 Jahren hat sich hier eine Hausgemeinschaft gebildet, die das Haus gemeinsam mit den beiden sozialen Einrichtungen im Vorderhaus in friedlicher Koexistenz bewohnt und gestaltet. Eine Gemeinschaft, von der unser Kiez auch dank der beiden Treffpunkte für Familien und ältere Leute weit über die Grenzen unseres Hauses hinaus profitiert. Zu den gemeinsamen Unternehmungen gehört ein regelmäßig stattfindendes Treffen der Kita-Kinder mit den Senioren, bei dem gemeinsam gebastelt, gebacken oder vorgelesen wird. Die Husemannstr. 12 ist somit eines der letzten Häuser am Platz, in dem die Nachbarschaft noch aktiv gepflegt wird und wo die Mieten noch bezahlbar sind. Durch die Umwandlung in Eigentumswohnungen befürchten wir, dass es kurzfristig zu Umstrukturierungen und mittelfristig zur Verdrängung aller Mieter und der sozialen Einrichtungen im Haus kommen wird.

Dagegen wollen wir angehen!

Daher suchen wir nach einem Investor, der einer Sanierung zustimmt, die unsere Hausgemeinschaft erhält. Außerdem wollen wir gemeinsam mit anderen Betroffenen, dem Bezirk, dem Senat und der Presse darauf hinwirken, dass der Bundestag die Lücke im Bundesbaugesetz schließt und der anhaltenden Verdrängung aus Milieuschutzgebieten endlich effektiv und entschlossen etwas entgegensetzt.

#Husebleibt!

Jetzt sind wir auch Teil des 200Häuser-Netzwerks, Ihr werdet sicher bald von uns hören!

Tagesspiegel, Kollwitzkiez: Seniorentreff und Kita fürchten Verdrängung

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mihu12.blogspot.de