1, 2, 3 – raus! Wir leben in einem Wohnhaus ohne Kündigungsschutz

Wir sind die Bewohner*innen der Reuterstraße 37 und wir werden gerade entmietet.

Denn ohne es zu wissen wohnen wir seit 1996 in Eigentumswohnungen, immer im Besitz von nur einer großen Immobiliengesellschaft. Nun werden wir von einer Aktiengesellschaft einzeln verkauft. Und aufgrund einer Gesetzeslücke drohen uns Eigenbedarfskündigung mit einer Frist von nur drei, sechs oder neun Monaten.

In unserem Haus leben über 60 Personen – vom Säugling bis zur Rentnerin. Wir sind Einzelne und Paare, Wohngemeinschaften und Familien mit Kindern. Manche von uns wohnen hier seit 20 oder 30 Jahren.

Wir haben Angst, dass wir bald alle hier raus fliegen und keine andere Wohnung hier im Kiez oder gar in Berlin finden werden.

Unser Haus beherbergt eine Kita mit 20 Plätzen.Auch drei weitere soziale Träger für Kitas, betreutes Wohnen und Jugendhilfe nutzen hier Räume.

Wir haben versucht unser Haus gemeinschaftlich zu kaufen. Dafür hätten wir unsere Mieten bis zur Schmerzgrenze erhöht. Doch am Ende fehlten uns zwei Mio Euro.

Leider hat uns der Senat dabei nicht unterstützt. Er hätte im Grunde nur diese Differenz zahlen müssen. Er hat uns nicht gerettet, obwohl wir eine viel schwierigere Situation haben als die Vorkaufshäuser mit 10 Jahren Kündigungssperrfrist.