Über #200Häuser in Milieuschutzgebieten sind in Friedrichshain-Kreuzberg seit 2015 von Miet- in Eigentumswohnungen aufgeteilt worden - 60.000 Wohnungen waren es im selben Zeitraum in ganz Berlin. Bald schon können durch Umwandlung von Mietwohnungen in Eigentumswohnungen weit über 100.000 Menschen in Berlin von Verdrängung aus ihrem Wohnumfeld bedroht sein. Jede Woche stehen Hausgemeinschaften vor dem Aus, wenn Fristen auf Eigenbedarfskündigung abgelaufen sind und die Wohnungen verkauft werden. Eigenbedarfskündigung bricht Mieterschutz und das Recht auf Wohnen. So erlaubt es die Bundesgesetzgebung.

Die Folge: Nur diejenigen können in ihrer Wohnung und in ihrem Kiez bleiben, die vermögend genug sind, um ihre eigene Wohnung zu kaufen. Alle anderen müssen raus

Wer es sich leisten kann eine Wohnung zu kaufen wird auf Basis der Gesetzeslage von rücksichtslos profitorientierten Unternehmen in das Dilemma getrieben, sich an der Verdrängung von weniger vermögenden Menschen zu beteiligen. Dies gefährdet den sozialen Frieden in unserer Stadt!

Die Initiative #200Häuser wurde im Juli 2019 gemeinsam von betroffenen Menschen aus über 20 Häusern, den stadtpolitischen Initiativen GloReiche Nachbarschaft und KiezKonnektors sowie dem Baustadtrat Florian Schmidt von Friedrichshain-Kreuzberg ins Leben gerufen. Unser Ziel ist es, den Skandal von Aufteilung, Eigenbedarfskündigungen und daraus resultierenden Zwangsräumungen jetzt auf die politische Agenda zu bringen, Gegenmaßnahmen durchzusetzen und alle Betroffenen zu einem solidarischen und wirkmächtigen Netzwerk zu verbinden (erstes Etappenziel).

  • #200Häuser ist ein berlinweites Netzwerk für Menschen, die von Umwandlung und daraus resultierender Verdrängung und Eigenbedarfskündigung betroffen sind. Wir bringen Mieter*innen zusammen und verwandeln anonyme Betroffenheit in gemeinsame Kraft zum Handeln.

  • #200Häuser wehrt sich in und außerhalb von Milieuschutzgebieten gegen spekulative Verkäufe von Wohnhäusern, gegen die Umwandlung von Mietshäusern in Eigentumswohnungen, gegen die Verdrängung der Menschen, gegen Eigenbedarfskündigungen und Zwangsräumungen.

  • #200Häuser sieht sich verpflichtet, den Art.14 des Grundgesetzes zu achten. Dieser verpflichtet den Gesetzgeber jedoch nicht nur zum Schutz des Eigentums (Abs. 1), sondern ebenso den Eigentümer zum Handeln im Sinne des Allgemeinwohls („Eigentum verpflichtet“, Abs. 2). Wir sehen den zweiten Aspekt in der aktuellen Gesetzeslage vernachlässigt und werden ihn gegenüber Politik, Öffentlichkeit und Investoren auf gesetzlicher Grundlage einfordern sowie Richtungsvorgaben und Gesetzesvorlagen für die Politik mit entwickeln.

  • #200Häuser plant solidarische Aktionen, um Verwertungsketten zu durchbrechen. Wir suchen nach langfristigen Lösungen, sei es durch den Ankauf von Wohnungsbeständen, Neubau oder durch Gesetzesänderungen.

  • #200Häuser will die Folgen von Verdrängung für die betroffenen Menschen ins Bewusstsein rücken, insbesondere die Wirkung auf die persönlichen Lebensumstände und die Hausgemeinschaften, aber auch auf das Wohnumfeld und die ganze Stadt.

  • #200Häuser ist eine Plattform für Betroffene, aber auch für Menschen, Initiativen und Organisationen, die sich den Zielen von #200Häuser verbunden fühlen. Betroffene und Nicht-Betroffene arbeiten auf Augenhöhe zusammen.

Wichtige Informationen für betroffene Häuser und Betroffene!

Was sind die Ziele von #200Häusern?

Lesen Sie hierzu unser Grundsatzpapier (PDF-Datei) bzw. erfahren Sie mehr über uns.

Wann wurde #200Häuser gegründet?

Das erste Treffen von #200Häuser fand am 19.07.2019 im Rathaus Berlin Friedrichshain-Kreuzberg in der Yorckstraße statt. Die Namensgebung #200Häuser erfolgte am 25.07.2019.

Warum heißt das Netzwerk #200Häuser?

Zum Gründungszeitpunkt waren im Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg über 200 Häuser von Aufteilung/Umwandlung betroffen. Auch sollen 200 Häuser und mehr in dem Netzwerk verbunden werden.

Was habe ich als Betroffene*r bzw. betroffene Hausgemeinschaft von einer Teilnahme bei #200Häuser?

Viele Situationen in der „Verwertungskette eines Mietshauses“ von Verkauf-Umwandlung in Eigentum-Eigenbedarfskündigung bis hin zu möglicher Zwangsräumung, wurden/werden von anderen Teilnehmer*innen schon erlebt. Verschiedene Strategien von Vermietern und Investoren zur Durchsetzung dieser Vorhaben sind bekannt. #200Häuser als starke Gemeinschaft bietet gegenseitigen Austausch, Vor-Erfahrung und entwickelt gemeinsam mit Betroffenen und Unterstützern Ideen, um diese „Verwertungskette“ im Sinne des Allgemeinwohls zu durchbrechen.

Wer kann mitmachen?

Jede*r Betroffene*r, aber auch Menschen, Initiativen und Organisationen, die sich den Zielen von #200Häusern verbunden fühlen.

Ich möchte mitmachen – wie geht das?

Schreiben Sie bitte einfach eine Mail an info@200haeuser.de. #200Häuser wird sich mit Ihnen in Verbindung setzen, um Sie kennenzulernen und weiteres mit Ihnen abzustimmen.

Kostet das Mitmachen etwas?

Kein Geld – jedoch gut investierte Zeit. Sie selbst entscheiden jedoch, in welchem Umfang Sie Ihr Wissen, Ihre Bereitschaft zur aktiven Teilnahme an Aktionen und gemeinsamen Weiterentwicklung in Arbeitsgruppen in das Netzwerk #200Häuser einbringen können.

Ich habe wenig Zeit, möchte #200Häuser jedoch in ihrer wichtigen Arbeit unterstützen, wie kann ich das?

Es gibt für Sie die Möglichkeit per Paypal oder Betterplace.me #200Häuser auch finanziell zu unterstützen.

In welchen Themenbereichen kann ich meine Erfahrung in das Netz #200Häuser einbringen?

In den Bereichen Content, Recht/Politik/Strategie, Straßenprotest, Kommunikation, Presse, Social Media, Webdesign, Grafik/Branding, Veranstaltungsplanung und Fundraising wird Ihre Unterstützung gern angenommen.

Bild: EYE DJ, Lizenz Attribution-NonCommercial-NoDerivs 2.0 Generic (CC BY-NC-ND 2.0)